AKTIEN, ETFs & FONDS: Wo ist der Unterschied?

AKTIEN, ETFs & FONDS: Wo ist der Unterschied?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen drei Produkten?

Madeleine Serlath

Madeleine Serlath

Mar 11, 2022

·

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Aktien, ETFs, Fonds & Co. – die Bandbreite an Wertpapieren ist groß. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen drei Produkten? Mit der Frage bist du nicht allein. Hier erfährst du wie sich diese Wertpapiere voneinander unterscheiden.

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Bevor wir jetzt aber gleich losstarten und uns die Unterschiede zwischen Aktien, ETFs & Fonds ansehen, möchte ich dir beatvest kurz vorstellen. Bei beatvest haben wir die Mission, Investieren so einfach wie noch nie zuvor zu machen. Als anfängerfreundlichste Investment-Plattform kannst du dir Wissen rund ums Investieren, wann immer du willst und wo du willst aneignen. Die Auswahl deiner Investments wird dir in der App so einfach wie möglich gemacht und der Austausch mit der Community ist immer möglich. Falls du auch auf dem Laufenden bleiben möchtest, abonniere gerne unseren Newsletter.

So aber jetzt schauen wir uns die Unterschiede von Aktien, ETFs & Fonds an.

Was ist eine Aktie?

Bei einer Aktie kaufst du dir einen Mini-Teil eines Unternehmens und bist dann tatsächlich Teilhaber:in dieses Unternehmens. Du wirst dir jetzt denken: Warte, was!? Ich kann dann mitbestimmen und profitiere von allen Gewinnen?

Naja, an den Gewinnen profitierst du zwar schon, aber mitreden kannst du eigentlich nur einmal im Jahr, wenn die Hauptversammlung stattfindet. 😉

Unternehmen gehen an die Börse, um dort Eigenkapital zu erhalten – also Geld, mit dem sie so arbeiten können, als wäre es ihr eigenes. Wenn du eine Aktie kaufst, gibst du dem Unternehmen damit Eigenkapital und bist dann Aktionär:in. Das heißt du trägst das volle Risiko, aber bekommst dann auch ein kleines Stück vom Gewinn des Unternehmens – das sind die Dividenden.

Wie hoch der Preis einer Aktie an der Börse ist, wird von den Käufern und Verkäufern am Markt bestimmt. Je mehr an einer bestimmten Aktie interessiert sind und Zukunftspotenzial in dem Unternehmen sehen, desto höher steigt der Preis, also der Aktienkurs. Wenn du schon investiert bist, freust du dich über steigende Preise, denn das heißt der Wert deiner Aktie steigt und du könntest sie rein theoretisch mit Gewinn verkaufen. Je nachdem, wie deine Strategie eben aussieht.

Bei Aktien kann die Rendite, also der Gewinn zwar höher sein, aber dafür hast du auch ein höheres Risiko.

Das Risiko bei einzelnen Aktieninvestments ist sehr hoch. Du setzt damit ja nur auf ein Pferd und dieses muss dann auch performen. Das heißt, du solltest dir das Unternehmen sehr genau ansehen. Unterschiedliche Kennzahlen in der Unternehmensanalyse geben dir Informationen darüber, wie das Unternehmen performt. Das muss aber nicht heißen, dass der Aktienkurs sich deswegen auch positiv entwickelt, weil wie schon erwähnt, dieser wird rein vom Markt – also Angebot und Nachfrage – bestimmt. Eine Aktie kann an einem Tag durch die Decke gehen, oder aber am nächsten Tag schon wieder komplett in den Keller rasseln.

Um genau dieses Risiko so gut wie möglich zu verringern, kannst du in Fonds oder ETFs (=Exchange Traded Funds) investieren. Es handelt sich immer noch um Wertpapiere, aber du kannst das Risiko zumindest aufteilen und dadurch für eine Diversifikation (=Risikostreuung) sorgen. Stell dir ETFs oder Fonds vor, wie einen großen bunten Korb an unterschiedlichen Finanzprodukten. Da können Aktien, Anleihen, etc. aus unterschiedlichen Ländern, unterschiedlichen Branchen, etc. drinstecken. Das heißt, du setzt eben nicht wie bei einer Aktie auf nur ein Unternehmen, sondern auf ganz viele unterschiedliche aus vielen Ländern.

Jetzt wirst du dich fragen, was der Unterschied zwischen einem ETF und einem Fonds ist?

Ganz grob vorab, ein aktiv gemanagter Fonds wird, wie im Namen schon steht, von einer Fondsmanagerin oder einem Fondsmanager gemanagt. Das heißt, es wird genau analysiert, welche Unternehmen in den Fonds aufgenommen werden oder eben nicht. Der ETF dagegen ist ein passiv gehandelter Börsenindex, der einen bestimmten Markt abdeckt und automatisiert investiert. Da hier kein aktives Management notwendig ist, sind diese in vielen Fällen günstiger.

Jetzt aber genauer…

Exchange Traded Funds – ein passives Produkt deckt einen ganz Markt ab

Wenn du dein Risiko so gering wie möglich halten möchtest, dann solltest du in so viele unterschiedliche Unternehmen wie möglich investieren. ETFs machen dir genau das sehr einfach.

Unter einem ETF versteht man einen börsengehandelten Indexfonds. Das bedeutet, wir haben hier kein aktives Fondsmanagement, wo einzeln bestimmt wird, welche Aktien gut oder schlecht sind, sondern es wird ein sogenannter Index abgebildet. Hier gibt es zwar auch ein Index-Komitee und bestimmte Kriterien, welche Unternehmen aufgenommen oder abgelehnt werden, jedoch gibt es hier keine laufenden Anpassungen.

Hast du vielleicht schon mal etwas vom DAX gehört? Das ist der Leitindex für die Top-40 Unternehmen in Deutschland – dieser bildet den deutschen Markt ab. Du könntest jetzt natürlich sagen, du kaufst dir von jedem Unternehmen im DAX eine Aktie und hast dadurch deine Risikostreuung, aber das bedeutet viele unnötige Kosten und Arbeit.

Stattdessen kannst du dir einfach einen DAX-ETF kaufen. Das heißt du investierst in ein einziges Produkt (ETF) und hast aber automatisch das Risiko auf 40 unterschiedliche Unternehmen aufgeteilt. Jetzt kann man hier noch von keiner breiten Risikostreuung reden, wenn du nur auf den deutschen Markt setzt. Deswegen kannst du dasselbe auch für die ganze Welt machen. Dafür würde z.B. der MSCI World Index in Frage kommen, hier investierst du mit einem ETF in fast 1.600 unterschiedliche Unternehmen, also streust du dein Risiko auf 1.600 Aktien. Wahnsinn, oder?

Bei ETFs kannst du dir aber nicht nur einen Korb voller Aktien kaufen, sondern auch z.B. ETFs auf Immobilien, Krypto, Rohstoffe und Anleihen. Dann heißen sie aber nicht mehr ETF, sondern z.B. ETN (Exchange Traded Notes) oder ETC (Exchange Traded Commodities).

Der große Vorteil von ETFs neben der breiten Risikostreuung, sind die geringen Kosten. Denn wie vorher schon kurz erwähnt, wird hier einfach ein Index abgebildet, den es sowieso schon gibt. Kein:e Fondsmanager:in muss  aktiv Entscheidungen treffen und daher können die Onlinebroker die Kosten so gering halten.

Aktiv gemanagte Fonds – mit sorgfältiger Auswahl

Aktive Entscheidungen spielen bei Fonds eine viel wichtigere Rolle. Bei aktiv gemanagten Fonds handelt es sich immer noch um einen großen Korb unterschiedlicher Produkte, nur das hier eben jemand aktiv aussucht, wer in den Korb darf und wer nicht. Das Risiko ist immer noch sehr gering, weil du auf ganz viele unterschiedliche Wertpapiere setzt, aber die Kosten sind jetzt höher. Das liegt daran, weil du ja jetzt jemanden dafür bezahlst, dass der Markt beobachtet wird und du auf eine bestmögliche Rendite hoffst.

Ein Fonds sammelt also das Geld von Anleger:innen ein und investiert dieses dann in eine große Palette an unterschiedlichen Finanzinstrumenten. Auch hier können das wieder Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien, etc. sein. Oft stecken große Teams hinter diesen Entscheidungen.Wo es durchaus Sinn macht, diese höheren Kosten für einen aktiv gemanagten Fonds in Kauf zu nehmen, ist beim nachhaltigen Investieren. Da es sich bei ETFs um passive Produkte handelt, gibt es nur wenig nachhaltige Wirkung. Oft steckt auch nicht immer das im ETF drin, was man sich anhand des Namens erwarten würde. Bei einem aktiv gemanagten Fonds hingegen, werden die Unternehmen überprüft und müssen gewissen Kriterien entsprechen. Hier wird beispielsweise beschrieben wie cooler future ihre Fonds auswählt.


Aktien, ETFs & Fonds – jedes Finanzprodukt hat seine Chancen und Risiken

Grundsätzlich gilt, je nachdem welche Investitionsstrategie du gewählt hast und wie risikofreudig du bist, gibt es Unterschiede zu beachten. Mit einzelnen Aktien gehst du ein höheres Risiko ein, partizipierst aber direkt an erwirtschafteten Gewinnen. Wenn du dir aber die Zeit für die Analyse von einzelnen Aktien sparen möchtest und dein Risiko lieber stärker streust, dann sind ETFs oder Fonds sinnvoll. Hier kannst du mit einem Produkt in ganz viele unterschiedliche Wertpapiere investieren.

Wenn du dein Geld nachhaltig investieren möchtest, dann macht ein aktiv gemanagter Fonds Sinn, denn hier haben teilweise sehr große Expert:innen-Teams einen Blick darauf, ob es sich wirklich um ein nachhaltiges Investment handelt. Wenn du allerdings sagst, du möchtest dich gar nicht damit beschäftigen, sondern einfach nur den Markt möglichst günstig abbilden, dann können ETFs eine gute Möglichkeit sein.

Je nachdem für welches Produkt du dich entscheidest, sollte es immer zu deiner persönlich gewählten Anlagestrategie passen.


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