Regenerative Landwirtschaft als Weg in eine klimapositive Zukunft

Regenerative Landwirtschaft als Weg in eine klimapositive Zukunft

Warum regenerative Landwirtschaft wichtig ist und wie du investieren kannst

Maja Wiegand

Maja Wiegand

Jul 5, 2021

·

10

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Wenn von der Zukunft der Landwirtschaft gesprochen wird, wird oft die regenerative Landwirtschaft genannt. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, dass sie extrem von der Klimakrise beeinflusst wird, und gleichzeitig zur Klimakrise beiträgt. Ein Dilemma, was durch regenerative Methoden umgedreht werden kann.

Wie genau das funktioniert, warum die regenerierende Landwirtschaft zur Bewältigung der Klimakrise so wichtig ist und welche Investmentmöglichkeiten du hast, um sie zu unterstützen erklären wir in diesem Artikel.  


Speed Read:

1. Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung ihre eigene Klimabilanz zu verbessern und gleichzeitig mit den Folgen des Klimawandels zurechtzukommen.

2. Regenerative Landwirtschaft hat das Potenzial zur Klimalösung zu werden und die Bodengesundheit und Ökosysteme wieder aufzubauen.

3. Verschiedene regenerative Methoden erhöhen die CO2 Speicher des Bodens und wirken sich positiv auf das Klima und die Umwelt aus.

4. Du kannst Initiativen, wie das klimapositive Lebensmittel-Label von Klimunterstützen oder selbst in regenerative Landwirtschaft investieren.

Warum regenerative Landwirtschaft?

Wie du wahrscheinlich weißt, ist die Landwirtschaft für etwa ¼ der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Unser Lebensmittelsystem der letzten Jahrzehnte beruhte auf der Ausschöpfung unserer Natur und der Landwirt*innen. Die konventionelle Landwirtschaft ist geprägt von Monokulturen, übermäßiger Bodenbearbeitung und der intensiven Nutzung von Pestiziden und Herbiziden. Diese Chemikalien gefährden das Leben von Insekten-, Vögel- und Kleintierbeständen, da sie vergiftet werden, oder ihre Nahrungskette unterbrochen wird. Für Landwirt*innen bedeutet die konventionelle Landwirtschaft ein ständiger Druck, so viele Erträge wie möglich zu ernten, und die Konsequenzen, wie Dürre, des Klimawandels zu spüren.

Diese Art der Landwirtschaft hat nicht nur Auswirkungen auf die Nahrungsmittelqualität, sondern auch auf die Erträge der Landwirt*innen und somit auch auf unsere Lebensmittelsicherheit.

Nach den Prognosen von Forscher*innen werden wir nur noch 6o Ernten(also 60 Jahre mit ausreichender Menge an geernteten Lebensmitteln) haben, wenn wir das System nicht verändern.

Die Landwirtschaft wirkt sich auch sehr extrem auf das Klima aus. Denn was viele nicht wissen - unser Boden speichert riesige Mengen CO2 (genauer gesagt - mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie die gesamte Atmosphäre und alle Pflanzen der Erde zusammen!). Viele landwirtschaftliche Vorgänge reduzieren die Kapazität dieser Kohlenstoffspeicher und setzen daher CO2 in die Atmosphäre frei, wo es die Klimakrise weiter beschleunigt.

Wie kann die Landwirtschaft jetzt regenerativ werden?

Wir müssen also unsere Böden regenerieren und die CO2 Speicher von Ackerland erhöhen, um den Klimawandel umzukehren. Und wie? Durch regenerative Landwirtschaft! Regenerative landwirtschaftliche Methoden entziehen der Atmosphäre CO2 und speichern es langfristig im Boden. Sie stellen die Biomasse und Artenvielfalt des Bodens wieder her und sorgen dafür, dass der Boden fruchtbarer und klimaresistenter ist und die Lebensmittel eine erhöhte Nährstoffdichte haben und somit gesünder sind (und auch besser schmecken).

Wie kommt das CO2 in den Boden und wie bleibt es dort?

Die regenerative Landwirtschaft betrachtet die Landwirtschaft als ganzheitliches System und arbeitet im Einklang mit der Natur. Die angewandten Methoden reduzieren den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden und vermeiden übermäßige Bodenbearbeitung. Durch die reduzierte Bodenbearbeitung und dauerhafte Bodenbedeckung, z.B. durch organische Dünger, wird der Boden aufgelockert und fruchtbarer. Dies fördert die Biodiversität, da die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren durch regenerative Methoden geschützt wird. Zudem speichern die langlebigen Wurzeln Wasser im Boden und verbessern die Bodenstruktur. Die Integrierung von Tierhaltung ist auch ein wichtiger Aspekt der regenerativen Landwirtschaft, denn sie sorgen ebenfalls dafür, dass die Bodenfruchtbarkeit gesteigert wird, und somit mehr CO2 im Boden gebunden wird.

Ok cool! Und wie können wir die regenerative Landwirtschaft nun umsetzen?

Alle Formen der Landwirtschaft, konventionell und ökologisch, können regenerative Praktiken integrieren und positiv zur Klimalösung beitragen. Allerdings ist die Umstellung von Landwirt*innen auf regenerative Landwirtschaft eine zeitliche und finanzielle Herausforderung für die meisten Betriebe in Deutschland.

Damit Landwirt*innen diese Umstellung und den großen Schritt zu einer klimapositiven Zukunft nicht alleine bewältigen müssen, können wir ihnen helfen. Genau das hat sich Klim zur Mission gesetzt. Durch die Klim App werden Landwirt*innen bei jedem Schritt der Umstellung zur regenerativen Landwirtschaft begleitet. Zudem wird es bald ein klimapositives Lebensmittel Label geben, das die Klimabilanz deiner Lieblingsprodukte positiv macht und durch den  CO2-Kompensationsbeitrag Landwirt*innen unterstützt regenerativ zu werden.

So kannst du die regenerative Landwirtschaft und die klimapositive Zukunft heute noch unterstützen. 5 Schritte im Detail!

1) Gestalte deinen Einkauf so saisonal und regional wie möglich

Informiere dich doch mal, welche Produkte aus deiner Region sind und zu welcher Jahreszeit sie geerntet werden. Wir haben monatlich eine kleine Übersicht, von saisonalen Obst-und Gemüsesorten für dich erstellt. Saisonal im Juli:


2) Du hast einen Garten, Balkon oder etwas Platz auf deiner Fensterbank?

Dann pflanze Kräuter und Gemüse mit regenerativen Methoden bei dir Zuhause an.

3) Teile dein Wissen über regenerative Landwirtschaft als Klimalösung!

Informiere dich über das riesengroße Potential den Boden zu nutzen, um den Klimawandel umzukehren und große Mengen von CO2 zu speichern, und teile dein Wissen mit deinem Umfeld!

4) Hilf dabei klimapositive Lebensmittel Label weiter zu bringen

Damit klimapositives Einkaufen einfach wird hat Klim das Lebensmittel-Label entwickelt. Durch den Kauf von Klim Produkten unterstützt du Landwirt*innen ihre Betriebe auf regenerative Landwirtschaft umzustellen. Hier haben wir erklärt, wie das funktioniert.


5) Investiere in die regenerative Landwirtschaft!  

Du kannst die regenerative Landwirtschaft auch unterstützen, indem du in sie investierst. Dafür gibt es viele Möglichkeiten.

Du kannst die regenerative Landwirtschaft zum Beispiel durch eine sogenannte Übergangsfinanzierung unterstützen. Das heißt, dass du die Landwirt*innen finanziell unterstützt, die wirklich den Status Quo ändern wollen, um ihnen den Wechsel in die regenerative Landwirtschaft zu erleichtern. Denn häufig haben Landwirt*innen hohe Schulden, oder kostspielige Maschinen und sind daher zögerlich den Übergang in regenerative Landwirtschaftsmethoden anzugehen.

Eine solche Übergangsfinanzierung kann verschiedene Formen annehmen. Beispielsweise kann es sich dabei um grüne Anleihen, nachhaltige Fonds, oder aber auch Crowdfunding handeln. Wichtig ist dabei, dass die finanziellen Mittel ganz klar den Landwirt*innen zu Gute kommen.

Ein Beispiel für eine solche Investmentmöglichkeit bietet die Crowd-Investing Plattform von Ecoligo, mit der du als Investor*in verschiedenste Projekte für erneuerbare Energien unterstützen kannst. Zudem bieten Plattformen, wie reNature oder regen.network Möglichkeiten, interessierte Investor*innen über erste Hand mit regenerativen Landwirtschafts-Projekten zu verknüpfen, die Finanzierungshilfe benötigen.

Eine andere Möglichkeit, dich mit deinen Investments aktiv gegen den Klimawandel einzusetzen, bietet dir Cooler Future. Das Ziel von Cooler Future ist es, jeder Person – auch ohne vorherige Investment-Erfahrung oder großem Vermögen – zu ermöglichen in die zukünftigen “Klimagewinner” zu investieren. Ganz einfach per App, ohne dabei in die Greenwashing-Falle zu tappen. Dabei soll das investierte Kapital dort zum Einsatz kommen, wo aktiv etwas getan wird, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Ob das nachhaltige Forstwirtschaft ist, oder erneuerbare Energien.

Fazit: Regenerative Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft ist ein Thema, dass immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Und das zu recht - denn das Potenzial CO2 im Boden zu speichern, Ökosysteme und Bodengesundheit wieder aufzubauen und Ernährungssicherheit für die Zukunft zu sichern ist riesig! Es gibt viele Wege diese klimapositive Bewegung zu unterstützen und gemeinsam können wir viel bewegen!

Über Klim:

Klim will die regenerative Landwirtschaft verbreiten und so vielen Landwirt*innen wie möglich die Umstellung erleichtern. Mit der Klim App für Landwirt*innen und dem klimapositiven Lebensmittel-Label ist das Ziel, gemeinsam einen systematischen, klimapositiven Wandel in der Landwirtschaft zu bewirken.

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