Investmentfonds: Definition und Arten einfach erklärt

Investmentfonds: Definition und Arten einfach erklärt

Alles was du über Fonds wissen solltest

 Susi Weaser

Susi Weaser

Aug 26, 2020

·

15

min read

Was ist die Definition von Investmentfonds (auch Anlagefonds) und warum sind sie so beliebt?

Falls du ein Investment-Anfänger bist und dir diese Frage schon gestellt hast, ist das genau der richtige Artikel für dich!

In diesem Beitrag bieten wir dir eine Definition von Investmentfonds und erklären, warum sie bei Anlegern so beliebt sind. Wir fassen außerdem die Vor- und Nachteile von Investmentfonds für dich zusammen und bieten dir einige weitere wichtige Tipps und Infos, die du zu dem Thema wissen solltest.

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1. Investitionsfonds (oder Anlagefonds) ermöglichen es dir, mit nur einer Investition indirekt einen Anteil an vielen Anlagen zu besitzen.

2. Mit dem Investieren in Investmentfonds sind oft Gebühren verbunden. Bei der Auswahl eines Investmentfonds ist das wichtig zu bedenken.

3. Zwar kannst du bei einem Investitionsfonds nicht genau die Anlagen auswählen, in die du investieren möchtest, aber du kannst einen Fonds wählen, der deinen Werten entspricht (so genanntes Impact-Investing).

Definition: Was sind Investmentfonds?  

Stell dir vor, du legst jede Woche dein Geld mit deinen Kollegen zusammen, um Lottoscheine zu kaufen und teilst dir im Falle eines Gewinns das Geld mit ihnen.

Nun stell dir vor, dass du dasselbe mit Fremden tust - und zwar auf eine finanziell weitaus zuverlässigere Art und Weise als bei einem einfachen Glücksspiel.

Willkommen in der Welt der Investmentfonds.

Ein Investmentfonds (oft nur als Fonds oder Anlagefonds bezeichnet) ist ein Geldpool von Anlegern, mit dem Anlagen wie Aktien, Anleihen und Gold gekauft werden. Diese Vermögenswerte werden als Fondsbestand oder Portfolio des Fonds bezeichnet.

Anlagefonds sind so beliebt, weil sie es dir ermöglichen in verschiedene Anlagen zu investieren, ohne dass du dafür große Geldsummen aufbringen musst. Indem du dein Geld in einen größeren “Investitionspool” einbringst, gewinnst du so viel Macht wie ein größerer Investor, ohne dafür riesige Mengen an Geld zu opfern.

Die anderen Anleger in dem Fonds lernst du dabei nicht kennen, denn ein Investmentfonds ist ein formelles “Anlageprodukt” und keine private Vereinbarung.

Im Gegensatz zu direkten Investitionen in Aktien, Anleihen und dergleichen besitzt du bei einem Investmentfonds keinen Anteil der Anlagen selbst. Stattdessen besitzt du eine Einheit des Fonds - der Fonds wiederum ist in Besitz der verschiedenen Anlagen.

Definition: Wie funktionieren Investmentfonds?

Wie funktionieren Investmentfonds?

Also, wie funktionieren Investmentfonds und wie verdienst du Geld in dem du in einen Fonds investiert?

Das ist ganz einfach.

Obwohl du die Anlagen nicht direkt besitzt, verdienst du mit einem Investmentfonds genauso Geld, wie als wenn du sie direkt besitzen würdest. Mit den Aktien des Fonds erhältst du einen Teil der Dividendenzahlungensowie einen Anteil an einem eventuellen Wertzuwachs, wenn der Fonds diese Aktien verkauft. Mit Anleihen erhältst du einen Anteil des Coupon- (oder Zins-) satzes und denselben Wertzuwachs, wenn verkauft wird.

Da du nicht Eigentümer der Vermögenswerte selbst bist, erzielst du keine Erträge auf Anlagen-per-Anlagen Basis. Stattdessen wird die Gesamtperformance des Fonds bewertet, und du erhältst deinen Gewinn in Form einer Zahlung basierend auf der Gesamtperformance aller Vermögenswerte des Portfolios.

Kosten eines Investmentfonds

Wie oben schon angedeutet, sind mit dem Investieren in Anlagefonds Gebühren verbunden. Eine Schlüsselzahl auf die du bei der Suche nach dem perfekten Fonds achten solltest, ist die “Kostenquote”. Diese gibt dir Aufschluss über das Verhältnis zwischen den Gebühren des Fonds und deinem wahrscheinlichen Gewinn.

Kostenquote
Ein Messwert dafür, wie viel Geld für die Verwaltung eines Fonds ausgegeben wird im Vergleich zu dem Geld, das du als Anleger*in in diesem Fonds verdienst.

Diese Gebühren decken eine Reihe an Faktoren ab.

Dazu gehören die Kosten, die mit der jährlichen Verwaltung des Fonds verbunden sind. Das sind Verwaltungskosten (die dem Fondsmanager für sein Fachwissen gezahlt werden), Marketingkosten und andere Verwaltungskosten, wie Rechts- und Buchhaltungskosten.

Diese Ausgaben werden als Prozentsatz des durchschnittlichen Vermögens des Fonds dargestellt, um die Kostenquote zu ermitteln.

Kostenquote eines Investmentfonds

Darüber hinaus fallen außerdem einmalige Kosten an, die dir als Investor in Rechnung gestellt werden.

Die Verkaufslastgebühr geht dabei an den Vermittler / Broker, den du bei der Transaktion für den Kauf in den Fonds einsetzt. Sie kann bis zu 8,5% des Gesamtkaufpreises betragen und wird dir entweder beim Einstieg in den Fonds in Rechnung gestellt, oder bei deinem Entschluss zu verkaufen. Fonds, die diese Gebühr nicht erheben, werden als No-Load-Fonds bezeichnet, während Fonds, die weniger als 3,5% berechnen, als Low-Load-Fonds bezeichnet werden.

Eine Rücknahmegebühr ist eine zusätzliche Gebühr, die dann erhoben wird, wenn du deinen Anteil an dem Fonds innerhalb kurzer Zeit kaufst und wieder verkaufst (dies variiert je nach Fonds von Tag zu Monat). Nicht alle Fonds erheben diese Gebühr.

Zudem kann gegebenenfalls eine Kontoführungsgebühr zur Aufrechterhaltung deines Kontos erhoben werden, um Verwaltungskosten aufzukommen. Diese tritt häufig dann ein, wenn dein Kontostand unter einen bestimmten Schwellenwert fällt.

Welche Arten von Investmentfonds gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Investitionsfonds, die jeweils ein einzigartiges Gleichgewicht zwischen Risiko und Ertrag bieten.

Arten von Investitionsfonds und damit verbundene Risiken

Sektorfonds investieren in Aktien aus einem bestimmten Sektor, z.B. aus der Technologiebranche. Das bedeutet, dass sie mit einem hohen Risiko verbunden sind, da du dein ganzes Geld darauf setzt, dass sich diese Branche gut entwickelt.

Aktienfonds investieren in eine nicht branchenspezifische, aber sorgfältig ausgewählte Auswahl von Aktien. Als Aktien sind sie mit einem relativ hohen Risiko verbunden, können dir aber dafür auch potenziell hohe Gewinne einbringen.

Indexfonds investieren in alle Aktien eines bestimmten Index, wie z.B. des S&P 500. In dem Fonds spiegelt sich die Entwicklung des Index wieder, so dass deine Investition je nach der Entwicklung des Index steigt oder fällt. Verglichen mit Aktienfonds ist es bei Indexfonds weniger wahrscheinlich, dass extreme Hochs und Tiefs zu verzeichnen sind. Es handelt sich darum meist um Investments mit geringerem Risiko, aber dafür auch geringerer Rendite.

Ausgewogene Fonds investieren in eine Kombination aus Aktien und Anleihen. Diese halten ein Gleichgewicht zwischen dem höheren Risiko von Aktien und niedrigem Risiko (Anleihen), um so einen ausgeglichenen Fonds mit moderatem Risiko zu erzeugen. Die Erträge dürften daher ebenfalls moderat ausfallen.

Festverzinsliche Fonds investieren in Anleihen und bieten eine feste Rendite. Sie bieten eine relativ geringe Rendite, sind aber dafür auch mit einem geringeren Risiko verbunden.

Liquide Fonds investieren in monetäre Instrumente wie Schatzanweisungen, Bargeldäquivalente wie Gold, Festgeldanlagen und Schuldverschreibungen, die in weniger als 90 Tagen ausbezahlt werden. Sie sind so konzipiert, dass sie leicht gekauft und verkauft werden können, eine kurzfristige Investitionslösung darstellen und das geringste Risiko aller Fonds aufweisen.

Aktiv vs. passiv verwaltete Fonds

Neben den verschiedenen Arten der Anlagen, in die ein Fonds investiert, gibt es zwei Arten der Fondsverwaltung, über die du Bescheid wissen solltest: aktive und passive Verwaltung.

Ein aktiv verwalteter Fonds wird von einem Fondsmanager geleitet, der den Markt beobachtet und täglich entscheidet, wann und was er kauft und verkauft. Aufgrund dieses Engagements und Fachwissens sind die Gebühren bei solchen Fonds meistens höher. Die Höhe des Prozentsatzes variiert dabei von Fond zu Fond.

Ein passiv verwalteter Fonds richtet sich bei der Auswahl der Aktien nach bestimmten Kriterien und investiert dann automatisch in die, die diese Kriterien erfüllen. Das häufigste Beispiel hierfür ist der Indexfonds. Er ermöglicht es dir, anhand eines einzigen Investment Betrags automatisch in jede Aktie des Index zu investieren.

Was ist ein Index?
Ein Index bietet einen Messwert dafür, wie sich der Aktienmarkt entwickelt, indem eine Stichprobe von Aktien genommen wird. Indem du darauf achtest, wie sich die Aktien dieses Index entwickeln, kannst du einen guten Überblick über die gesamte Entwicklung des Marktes gewinnen. Ein Beispiel für einen solchen Index ist der Dow Jones, der Aktien der 30 größten Unternehmen misst, die an der New Yorker Börse (NYSE) notiert sind. Der Nasdaqund der S&P 500 sind die beiden anderen größten US-Indizes. Wenn man in Bezug auf Investitionen davon spricht, dass "der Markt um 50 Punkte gestiegen" ist, bezieht man sich oft auf einen dieser Indizes.

Was passiert, wenn man langfristig in einen Investmentfonds investiert?

Dies lässt sich gut an dem folgendem Beispiel eines Fonds-Inhabers des S&P 500 Index erklären, der 40 Jahre lang monatlich 200€ investierte, nie verkaufte und die erhaltenen Dividenden immer wieder reinvestierte.

Zwischen 1979 und 2019 - in dieser Zeit gab es mehrere finanzielle Rückschläge - investierte er 96.000€.

Der letztendliche Wert dieser Investition belief sich 2019 auf beeindruckende 1,3 Millionen €, mit einem Gewinn von 1.204.000€.

Im Vergleich dazu führte die monatliche Anlage von 200€ auf ein Sparkonto mit einem Zinssatz von 2% zu einem Endwert von 143.000€, mit einem Gewinn von nur 47.000€.

Im Gegensatz zu einem indexgebundenen Fonds kannst du dich natürlich auch für eine aggressivere Anlage entscheiden, indem du einen Sektor- oder einen Aktienfonds wählst. Diese risikoreichen Fonds sind jedoch nicht für jedermann geeignet.

Eine Investition in derartige Fonds mach nur dann Sinn, wenn du das Geld welches du investierst nicht für andere Dinge eingeplant hast (oder einplanen musst), wie zum Beispiel die Abzahlung eines Hauses, die Ausbildungskosten der Kinder, oder der bevorstehende Ruhestand.

Neben der Tatsache, dass du dein Geld womöglich für andere in der Zukunft anfallende Kosten brauchen wirst, brauchst du als “aggressiver Investor” auch mehr Zeit. Je länger du dazu bereit bist dein Geld in einem Fonds zu behalten (idealerweise länger als 10 Jahre), desto mehr Risiko kannst du eingehen. Das liegt daran, dass du in einem längeren Zeitraum mehr Zeit hast, dich von eventuellen finanziellen Abschwüngen zu erholen, die bei risikoreichen Investitionen naturgemäß häufiger vorkommen.

Unabhängig von der Art des Fonds für den du dich entscheidest, ist es wichtig, dass du dir über alle Kosten die auf dich zukommen im Klaren bist. Die goldene Regel dabei lautet: Ein Fonds mit höheren Gebühren sollte auch eine bessere Performance erzielen und dir höhere Erträge liefern, wenn du die Oberhand behalten willst.

Mit anderen Worten: In einer idealen Welt treffen aktive Fondsmanager schnelle und kluge Entscheidungen, um jeden Abschwung auf dem Markt auszugleichen und rechtfertigen so die höheren Gebühren für ihre Dienstleistungen.

Verteilung der Anlagerenditen

Sind aktiv verwaltete Investmentfonds es wirklich wert in sie zu investieren?

Möglicherweise nicht.

Aktive Fonds weisen zwar manchmal eine höhere Wertentwicklung auf, was sich dann jedoch oft aufgrund der 1 bis 3% höheren Gebühren die aktive Fonds von den Anlegern verlangen, nicht mehr unbedingt lohnt.

Diese Statistik basiert jedoch auf einem “typischen Markt” - sobald die Dinge einen unerwarteten Verlauf nehmen, kann es sich buchstäblich auszahlen, einen Berater zu haben, der aktiv deine Investitionen überwacht.

Passive Fonds setzen außerdem voraus, dass du rein gewinnorientiert handelst und kein Bedürfnis hast, deine Investitionen stärker zu selektieren.

Es gibt Investmentfonds, die du deinen eigenen Werten entsprechend auswählen kannst. Beim Impact Investing zum Beispiel, bringt dein verwalteter Fonds das Fachwissen eines Finanzexperten mit, der neben der finanziellen Performance auch die Klima oder Umwelt-Auswirkungen eines Unternehmens betrachtet.

Impact Investing umfasst nur solche Unternehmen, die proaktiv an der Lösung eines ganz bestimmten Problems oder einer Frage arbeiten. Das Ergebnis ist eine viel kleinere Liste potenzieller Investitionen, in der viele bekannte Namen oft fehlen.

Ein Beispiel dafür ist der Parnassus Endeavor Investor, der sich selbst als "positiver Arbeitsplatz-Fonds" bezeichnet. Er konzentriert sich auf Unternehmen, die Mitarbeiter gut behandeln und schließt Firmen aus, die mit Alkohol, Glücksspiel, Tabak und fossilen Brennstoffen zu tun haben.

Dies ist nicht rein altruistisch. Parnassus ist der Ansicht, dass Unternehmen mit guten Arbeitsplätzen auf dem Markt eher wettbewerbsfähig sind und ein geringeres Risiko haben, beispielsweise Klagen wegen Fehlverhalten am Arbeitsplatz zu erhalten.

Ein weiteres Beispiel ist der Cooler Future Fonds selbst. Dabei handelt es sich um einen Fonds für Investoren, die aktiv dabei helfen wollen, den Klimawandel zu stoppen. Cooler Future bietet eine "impact-first"-Investitionsmethode, die darauf abzielt, gleichzeitig finanzielle Erträge zu maximieren und unsere Mutter Erde zu retten. Unser Fonds investiert daher nur in solche Unternehmen, die klare Strategien zur Reduzierung von CO2e vorweisen können - Strategien, die mit Daten untermauert sind, statt bloße Versprechungen in den Raum zu werfen.

Auch unser Fonds ist nicht rein altruistisch basiert. Abgesehen von einem klaren ethischen Vorteil, sind Unternehmen die sich aktiv für die Reduzierung von Emissionen einsetzen auch der Konkurrenz voraus. Das liegt daran, dass es in naher Zukunft immer mehr unvermeidliche Gesetzesänderungen zur Emissionsreduzierung geben wird. Solche Unternehmen sind außerdem unbeeinflusst von etwaigen Preisschwankungen bei fossilen Brennstoffen und dadurch weniger anfällig für plötzliche Kostensteigerungen, die sich negative auf die Gewinne auswirken können.

Vor- und Nachteile von Investmentfonds

Vorteile

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass Investmentfonds so erfolgreich sind.

Der erste und wohl größte Grund nennt sich Portfoliodiversifizierung. Wenn du in eine breitgefächerte Auswahl an Anlagen investierst, bist du wahrscheinlicher dazu in der Lage einen finanziellen Abschwung zu überstehen - wenn eine Anlage verliert, hat das keine Auswirkung auf dein gesamtes Portfolio.

Durch das “Zusammenlegen” deines Geldes mit dem Geld anderer Anleger - kann ein Fonds große Mengen an Anlagen im “Bulk” kaufen, wodurch die damit verbundenen Gebühren reduziert werden. Würdest du dagegen kleine Mengen von Aktien persönlich kaufen, würden dir viel höhere Gebühren berechnet werden.

Investmentfonds bieten dir außerdem Zugang zu Fachwissen, ohne dass du dafür selbst zum Experten werden musst. Direkt in Aktien und Anleihen zu investieren, erfordert viel Recherche und ständige Überwachung. All dies wird für dich erledigt, wenn du in einen Investmentfonds investierst, egal ob dieser aktiv oder passiv verwaltet wird.

Sobald du mit deiner Investition Geld verdienst und Dividenden erhältst, ist die Reinvestition einfacher. Du kannst deinen Gewinn im Laufe der Zeit erheblich steigern, indem du mit dem Geld, das du anhand deiner Investition verdient hast, einfach einen größeren Anteil des Fonds kaufst.

Die allgemein große Nachfrage nach Investmentfonds bedeutet auch, dass sie leicht zu kaufen und zu verkaufen sind. Dadurch erhalten sie eine "hohe Liquidität", was in der Welt der Investitionen als ein riesiger Vorteil betrachtet wird.

Liquidität
Wie schnell ein Anlagegut verkauft werden kann und somit in Geld umgewandelt werden kann, ohne dass es dabei einen erheblichen Wertverlust erleidet. Bargeld auf deinem Sparkonto wird beispielsweise als “hohe Liquidität” betrachtet, während Immobilien eine niedrige Liquidität aufweisen, da sie nicht leicht zu verkaufen sind und massiv an Wert verlieren können.

Nachteile

Natürlich sind Investmentfonds nicht unbedingt für jeden das Richtige.

Du kannst zwar die Art des Fonds wählen, in die du investieren möchtest, aber du kannst dabei keine einzelnen Aktien ausschließen oder dich dazu entscheiden, deine Investitionen in manche zu erhöhen, in andere aber nicht. Dies alles wird vom Fondsmanager entschieden. Wenn du also jemand bist, der eine vollständige Kontrolle über seine Finanzen haben möchte, ist ein Fonds womöglich nicht der richtige Weg für dich.

Außerdem hast du - anders als beim direkten Kauf von Aktien - keine Aktionärsrechte, wenn du in einen Fonds investierst. Das bedeutet, dass du keinen Zugang zur Jahreshauptversammlung oder zur Abstimmung über Unternehmensentscheidungen hast. Das bedeutet leider auch, dass du keine aktive Macht hast, die Zukunft des Unternehmens zu beeinflussen. Wenn das Unternehmen sich also beispielsweise dafür entscheidet, darüber abzustimmen, ob sie ihre Produktionsstätte von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umstellen, hast du bei dieser Entscheidung kein Mitspracherecht.

Außerdem - und das ist vielleicht der Hauptgrund dafür, dass Investmentfonds von einigen Investoren gemieden werden - gibt es Gebühren. Einige Fonds unterliegen einer Vielzahl von Gebühren, wodurch sie eine hohe Kostenquote haben. Das macht es schwieriger, signifikante Erträge zu erzielen, da ein großer Teil des erwirtschafteten Geldes an den Fondsmanager zurückfließt.

Vor- und Nachteile von Investmentfonds

Kann ich mein Geld in einem Investmentfonds verlieren?

Man kommt in der Anlagen-Forschung nicht weit, ohne auf eine Variante des folgenden Satzes zu stoßen: "Deine Investitionen können sowohl steigen als auch fallen".

Das gilt für einen Investmentfonds genauso wie für jede andere Art von Investitionen.

Obwohl Diversifizierung ein riesiger Vorteil ist, der es unwahrscheinlich macht, dass alle deine Investitionen in gleichem Maße an Wert verlieren könnten, gilt es trotzdem andere wichtige Faktoren zu beachten.

Beispielsweise kann es sein, dass Fondsmanager finanzielle Anreize erhalten, in manche Anlagen zu investieren, während andere hinten runter fallen. Ihre Investitionsentscheidungen können sich darin widerspiegeln, was nicht unbedingt immer auch zu deinem Vorteil ist.

Schlechtes Fondsmanagement kommt vor. Wenn der Fondsmanager eine Reihe von schlechten Investitionsentscheidungen trifft, könnte dies bedeuten, dass du einen Teil - oder sogar dein gesamtes Geld verlierst. Es ist wichtig, die bisherige Performance mit anderen ähnlichen Fonds und mit dem Markt als Ganzem zu vergleichen, bevor du dich für einen Fonds entscheidest, in den du investieren willst.

Was jedoch noch schlimmer ist als schlechtes Fondsmanagement, ist illegales Fondsmanagement. Wenn ein Fondsmanager bei dem Versuch erwischt wird, Geld zu veruntreuen, würde das wahrscheinlich dazu führen, dass alle Investoren des Fonds gleichzeitig ihre Anteile verkaufen wollten, wodurch der Markt mit Angebot überschwemmt würde, während die Nachfrage gleich Null wäre. Dies wiederum würde den Wert deines Anteils auch auf fast null senken.

In den USA garantiert die Securities Investor Protection Corporation (SIPC) Fonds bis zu 500.000¢. Dieser Wert basiert jedoch nicht auf dem Geld, das du ursprünglich investiert hast, sondern auf dem Wert der Aktien zu dem Zeitpunkt an dem das Unternehmen Pleite geht. Wenn der Preis also auf einen Bruchteil dessen gefallen ist, was du ursprünglich bezahlt hast, kannst du nur diesen Betrag einfordern.  

In Europa variiert die Deckung von Land zu Land. In Finnland zum Beispiel gibt es ein ähnliches System, das es nicht professionellen Anlegern erlaubt, den eventuellen (sprich: niedrigen) Wert der Aktien zu beanspruchen, allerdings nur bis zu einem Gesamtbetrag von 20.000€.

Definition Investmentfonds: Schlussfolgerung

Investmentfonds machen es relativ einfach zu investieren und diversifizieren dein Portfolio sofort, weshalb sie bei vielen Anlegern beliebt sind.

Es ist so, wie als würde man zum Supermarkt fahren und alles fertig verpackt zum mitnehmen bekommen, ohne überhaupt aus dem Auto auszusteigen - vielleicht gefällt einem nicht alles, was man bekommt, aber zumindest müsste man nicht fürs Parken bezahlen, oder an der Kasse anstehen.

Für einige bedeutet dieser Mangel an persönlicher Auswahl, dass es für sie nicht die richtige Investition ist. Für andere reicht diese Einfachheit aus, um die Gebühren zu rechtfertigen, die Investmentfonds oft verlangen.

Falls du gerade erst am Anfang deiner Investitionsreise stehst, kann ein Gebühren-günstiger oder gebührenfreier Fonds mit einer geringen Mindestinvestition die perfekte Möglichkeit sein, die Welt des Investierens auszuprobieren und zu verstehen.

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