Wie du mit deinen Investitionen das Klima beeinflussen kannst: Ein Gespräch Hanna Värttö

Wie du mit deinen Investitionen das Klima beeinflussen kannst: Ein Gespräch Hanna Värttö

Kann die Art und Weise, wie du investierst, einen Einfluss auf den Klimawandel haben?

Theresa Bender

Theresa Bender

Oct 18, 2021

·

12

min read

In den letzten Cooler Future-Folgen haben wir uns auf eine Reise begeben, die von "Wie man mit dem Investieren anfängt" bis zu Veränderungen in der Regulierung und Geld als Motor für eine bessere Zukunft für alle reichte.

In der 9. Folge des Podcasts haben wir uns näher mit den Auswirkungen von Geld und Investitionen auf das Klima befasst. Wir haben mit Hanna Värttö, einer erfahrenen Expertin für nachhaltige Finanzen und Impact Lead bei Cooler Future, über die Herausforderungen, Ideen und die Zukunft von klimawirksamen Investitionen gesprochen.

Wenn du eher ein Leser als ein Zuhörer bist, haben wir genau das Richtige für dich: Lies weiter, um eine kurze Zusammenfassung der Themen zu erhalten, die in der Podcast-Episode behandelt werden. 😎

Hinweis:

Der folgende Inhalt spiegelt die Ansichten des Interviewpartners während der Diskussion wider.

Der Speed Read:

1. Impact wird von den eigenen Zielen, den Möglichkeiten des Engagements und der Risikobereitschaft der Anleger bestimmt - jeder Anleger, ob Kleinanleger oder Profi, kann durch die Wahl der richtigen Produkte und des richtigen Engagements auf unterschiedliche Weise Impact erzielen. Während ein einzelner Anleger vielleicht nur begrenzte Möglichkeiten hat, sich zu engagieren, können auch Privatanleger als Gemeinschaft Veränderungen bewirken.

2. Jeder, der nachhaltig investieren oder etwas bewirken will, muss sich anstrengen - es reicht nicht aus, in einen Fonds zu investieren, der als nachhaltig oder grün bezeichnet wird. Jeder Investor, der in Unternehmen investieren will, die positive Auswirkungen haben, muss seine Hausaufgaben machen und die Zahlen und Strategien der Unternehmen oder Fonds studieren, in die er investiert.

3. Es muss mehr Standardisierung und eine gemeinsame Basis für Kennzahlen gefunden werden - derzeit ist der Vergleich von Anlageprodukten und Unternehmen aufgrund unterschiedlicher Methoden und Datenquellen schwierig. Es müssen gemeinsam mehr Normen geschaffen werden, um ein ausreichendes Maß an Transparenz zu erreichen, auf das Investoren ihre Entscheidungen stützen können.

4. Wandel- und Impactanalysen müssen Teil von Finanzentscheidungen sein - um wirkungsvollere Anlageprodukte zu schaffen, müssen Klima- und Wirkungskennzahlen und -analysen Teil des täglichen Managements der Unternehmen und der Anlageprodukte sein, damit sie mit den Klima- und Wirkungszielen übereinstimmen. Genau wie die Finanzdaten müssen auch die Klima- und Nachhaltigkeitskennzahlen vorausschauend analysiert werden.

Ausgehend von den vorangegangenen Episoden beginnt die Diskussion über die verschiedenen Möglichkeiten und Ebenen, durch Investitionen Impact zu erzielen. Hanna erklärt, wie unterschiedliche Entscheidungen und Fähigkeiten der Investoren, wie z. B. die Risikobereitschaft und die Höhe des zu investierenden Geldes, bereits die Art der Wirkung beeinflussen, die ein Investor erwarten kann. Durch die Wahl der richtigen Ziele und Produkte kann jedoch sowohl eine Einzelperson, die 50 EUR investiert, als auch ein professioneller Risikokapitalgeber, der Millionen investiert, dazu beitragen, Impact zu erzielen. Der Schlüssel dazu ist die Additionalität. Wie wirken sich das Geld des Investors und auch andere Maßnahmen auf den erzeugten Impact aus?

Wenn wir über börsennotierte Anlagen sprechen, sollten wir über Engagement sprechen. Geld allein, insbesondere von einzelnen Kleinanlegern, trägt zwar nicht direkt dazu bei, dass das Unternehmen, in das investiert wird, sein Verhalten ändert. Die kollektive Kraft einer Gemeinschaft von individuellen und professionellen Anlegern kann die Veränderung vorantreiben, wenn die Wirkungsziele von den Anlegern klar festgelegt werden und das Engagement aktiv ist. Das bedeutet jedoch, dass der einzelne Anleger in Produkte investieren muss, die mit einem aktiven Engagement als Teil seines Anlageprozesses entwickelt wurden.

Der Punkt über das Engagement der Investoren bringt uns zu zwei weiteren wichtigen Diskussionspunkten von Hanna. Beginnen wir mit dem ersten, den Metriken.

Obwohl immer mehr Daten zur Verfügung stehen, unterscheiden sich die Kennzahlen, die zur Messung der Klimaleistung und des Impacts von Unternehmen und Anlageprodukten verwendet werden. Es fehlt ein klarer Standard für die Messung der positiven Auswirkungen von Investoren, was den Vergleich verschiedener Anlageprodukte erschwert. Beliebte Portfoliokennzahlen wie die Anpassung an die Ziele des Pariser Abkommens oder die Unterschreitung der Zwei-Grad-Grenze können zwar gemessen werden, aber die zugrunde liegenden Daten und Methoden zur Erstellung der Kennzahlen variieren. Das macht Vergleiche zwischen Unternehmen und Anlageprodukten schwierig. Auch wenn die Ausrichtungskennzahlen zeigen, wie weit Unternehmen oder Anlageportfolios vom Pariser Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, entfernt sind, geben sie keinen Aufschluss darüber, wie Anleger mit der Ausrichtung oder Abweichung umgehen sollten.


Und auch hier ist es wichtig zu unterscheiden, was vom Unternehmen selbst verursacht wird, ohne dass sich die Investoren einbringen, und was durch aktives Engagement der Investoren bewirkt wird. Laut Hanna ist es schwierig, die Ergebnisse von Engagement-Bemühungen zu messen, aber wichtig, um wirklich zu verstehen, welchen Einfluss Investoren haben können.

Der zweite wichtige Punkt, der uns alle betrifft, ist der Vergleich damit, wo unser Geld im Allgemeinen ist. Hanna weist darauf hin, dass wir als Einzelpersonen zwar daran gewöhnt sind, z. B. den Fußabdruck unseres Konsums zu messen, der Fußabdruck unserer Investitionen aber zu häufig außer Acht gelassen wird.

Im Zusammenhang mit dem Klimascreening und der Diskussion über die Messbarkeit des Impacts erläutert Hanna auch, wie die Auswirkungen ihrer Meinung nach gemessen werden sollten und könnten. Der Schlüsselfaktor ist, dass Investoren Unternehmen in verschiedenen Sektoren identifizieren und unterstützen, die bereit sind, ihre Geschäftsmodelle an den Klimawandel anzupassen. Dazu gehört die Berücksichtigung verschiedener Arten von Risiken, von Übergangsrisiken bis hin zu physischen Risiken, aber auch die Art und Weise, wie das Unternehmen sich Vorteile auf dem Markt verschaffen kann, indem es den Klimawandel in seine Strategie einbezieht.

Wenn sie darüber spricht, wie Cooler Future die Art und Weise, wie Impact gemessen und dokumentiert wird, verändern möchte, geht Hanna auch auf die Herausforderung ein, die entsprechenden Unternehmen und Anlageprodukte zu finden, die den Klimawandel ernst nehmen. Es ist derzeit eine große Aufgabe für einzelne Investoren, sich mit den Metriken, Investoreninitiativen, Strategien usw. zu beschäftigen.


Ihre Vision ist es, diese Informationen auf der Cooler-Future-Plattform für Privatanleger leicht zugänglich zu machen und mehr Transparenz in Bezug auf die Klimaleistung und -auswirkungen zu schaffen. Sie ist der Meinung, dass ein strenger Prozess, der mit negativen Screenings und Ausschlüssen beginnt, um sicherzustellen, dass kein Schaden entsteht, der Ausgangspunkt ist. Darauf aufbauend sollte ein Scoring-Modell entwickelt werden, um die Unternehmen zu ermitteln, von denen erwartet wird, dass sie in Zukunft die besten Ergebnisse in Bezug auf ihre Klimamaßnahmen erzielen. Schließlich sollte der Klimascore nicht nur eine Nebenkennzahl sein, sondern eine aktive Kennzahl neben Risiko und Ertrag bei der Portfoliokonstruktion.

Schließlich weist Hanna zu Recht darauf hin, dass wie bei Investitionen auch die Auswirkungen nicht nur auf der Grundlage des Status quo, sondern als zukunftsorientierter Übergangspunkt betrachtet werden sollten.

Fazit

In dieser Podcast-Folge haben wir mit unserer Impact Lead Hanna darüber gesprochen, wie auch private Investoren etwas bewirken können. Auch ohne Tausende von Euro an Kapital.

Es ist wichtig, dass Investoren Interesse und Bereitschaft zeigen, sich über Anlageprodukte zu informieren. Außerdem müssen wir unsere Bemühungen fortsetzen, standardisierte Metriken zu etablieren, damit die Branche verbraucherfreundlicher wird.

Hanna hofft und glaubt, dass Transparenz, eine einheitliche Definition des Begriffs "Impact", die Zusammenarbeit bei der Schaffung einer gemeinsamen Basis und die Vermittlung dieses Wissens an ein breiteres Publikum dazu führen werden, dass sich mehr Investoren auf die Klimaauswirkungen von Investitionen konzentrieren, einen globalen Standard dafür schaffen und eine coolere Zukunft aufbauen.

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